Medienberichte

Schwäbische Post 30. September 1988

"Wagners Ring erstrahlt in Aalener Laserlicht"

Zur Bayreuther Neuinszenierung Lasertechnik von Lobo-Electronic

Aalen/Bayreuth (ze-). Die Rheintöchter im "Rheingold" tummeln sich in grünen Laserfluten, der Feuerzauber in der "Walküre" umhüllt Brünnhilde mit einem Wald aus roten und weißen Laserstrahlen, neben Siegfried schlagen Laserblitze in den Boden. Der Ring von Richard Wagner wird zum grellbunten Kreis der achtziger Jahre. Was bei den Bayreuther Festspielen dieses Jahres manche Besucher freute, Kritiker zumindest verwunderte und konservative Wagner-Freunde erschreckte. war für Lothar Bopp eine Frage der Technik: Der Aalener Ingenieur lieferte mit seiner Firma Lobo-Electronic die Laseranlagen für die neuen Inszenierungen in Bayreuth.

Nichts weniger als neue Lichträume erschaffen wollten DDR-Regisseur Harry Kupfer und Bühnenbildner Hans Schavernoch bei ihrer aufsehenerregenden Einstudierung des "Rings" für die Bayreuther Festspiele 1988; Elemente wie Wasser und Feuer sollten in Laserlicht erstrahlen. Über die Fachpresse fanden sie den Weg zur Firma Lobo-Electronic, die in Unterkochen zu Hause ist und bekanntlich weltweit einer der führenden Hersteller von computergesteuerten Lasersystemen ist.

Firmenchef Dipl-Ing. (FH) Lothar Bopp erzählt über Bayreuth: "Technisch gesehen benötigte man für die Wünsche Kupfers und Scharvernochs Laseranlagen mit hoher Leistung, die in der Lage sind, große Entfernungen zu überwinden und dabei dennoch genau justierbar sein müssen." Bestens geeignet ist dafür der in Aalen entwickelte Rechner Lacon 2 zur Steuerung von Lasersystemen, von dem die Bayreuther drei Exemplare orderten. Im Oktober letzten Jahres installierte Lobo-Electronic im oberfränkischen Festspielort die Hardware, also alle Geräte.

In Zusammenarbeit mit Regisseur und technischem Direktor machten sich Lothar Bopp und seine Laser-Designerin Regine Haschka daran, die Lichteffekte in den einzelnen Szenen einzurichten. Lichtkegel und Feuerstürme setzten die beiden während eines halben Jahres Arbeit punktgenau in Computerprogramme um. Außerdem wurden dazu im Bühnenhaus Umlenkspiegel für die Laserstrahlen installiert; für die Darstellung des Feuerzaubers allein waren es über 100 solcher Spiegel in 35 Meter Höhe.

Bei der Premiere war dann schon alles getan. Für die Bayreuther Beleuchtungsmeister hatten die Aalener die Bedienung soweit vereinfacht, daß nur noch einige Knöpfe zu drücken waren. Die unterschiedliche Rezeption der gewagten Neuinszenierung Harry Kupfers machte dann die Aalener Laserkunst als Teil des beschrittenen Neulands bekannt. Der Lobo-Electronic gelang damit der Schritt von den Discotheken in die Theater- und Opernhäuser. In Bayreuth sind die Aalener Laser jedenfalls noch bis 1993 zu bestaunen. Solange noch wird Kupfers Ring dort aufgeführt, und solange noch hilft bei jedem Untergang von Walhall ein Feuer aus rotem Laser nach.

 

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