Medienberichte

Schwäbische Post 25. Oktober 2011

"Innovationspreis Ostwürttemberg" , "Noch nie so viele Hochkräter beim Bewerben"

Innovationspreis Ostwürttemberg vergeben - Smart-Chefin Dr. Annette Winkler betont Wichtigkeit von Innovationen

Zum elften Mal verliehen die Kreissparkassen Heidenheim und Ostalb, die Industrie- und Handelskammer und die WiRO am Montagabend im Congress Centrum Schlossberg vor großem Publikum den Innovationspreis Ostwürttemberg 2010 in vier Kategorien – an die Varta Microbattery GmbH Ellwangen, an die Lobo electronic GmbH Aalen, an die Carl Zeiss AG Oberkochen und an das Max-Planck- Gymnasium Heidenheim.

WINFRIED HOFELE UND SASCHA KURZ

Heidenheim. "Mit dem Preis wollen WiRO, IHK und die beiden Kreissparkassen die Innovationskraft in der Region unterstützen, fördern und belohnen", sagte Dieter Steck, Vorstandsvorsitzender der ausrichtenden Kreissparkasse Heidenheim. 5000 Euro Preisgeld stehen für die Gewinner des Innovationspreises bereit. 48 Unternehmen und Einzelpersonen hatten sich um den Innovationspreis 2010 beworben: "Noch nie gab es so viele hochkarätige Eingaben", sagte der Jury-Vorsitzende Klaus Moser (lHK), "vor allem in der Kategorie Patente hätten wir locker fünf Preise vergeben können." Deshalb gab es in dieser Klasse auch zwei Preisträger. Den einen übergab WiRO-Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Klaus Pavel an Herbert Schein, den CEO der Varta Microbattery GmbH in Ellwangen, einen der bedeutendsten internationalen Batteriehersteller und Weltmarktführer. Von 529 Mitarbeitern arbeiten 150 in der Forschung und Entwicklung. Pavel: "Hier wurde ein enormes Know-how in den Zukunftstechnologien der Mikrobatterien aufgebaut". Ergebnis: zahlreiche Patente. So auch für Hörgerätebatterien. Varta forsche mit VW hinsichtlich der Elektromobilität und an der nächsten Generation einer lithium-Ionen-Zelle, sagte Pavel. Den Innovationspreis erhielt Schein für die "Gedruckte Batterie". Solche ultradünnen Flachbatterien werden in Chipkarten, Displays, Sensoren und anderen Applikationen in Taschenformat eingesetzt. Diese ultradünne Flachbatterie könnte auch bei EKG-Messungen und zur Insulinbestimmung auf den Körper des Patienten aufgeklebt werden oder sie könnten auf Feuerwehrkleidung vor giftigen Gasen warnen.

 

Ebenfalls in der Kategorie Patente zeichnete IHK-Präsident Helmut Althammer die Forscher Dr. Gerd Benner und Marko Matijevic von der Carl Zeiss AG aus. Um winzigste Zellstrukturen oder Viren im Nanobereich darstellen zu können, bedarf es Elektronenmikroskope. Carl Zeiss habe es erstmalig geschafft, ein Phasenkontrast –Elektronenmikroskop zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Althammer: "Dr. Gerd Benner und Marko Matijevic ist der Kunstgriff gelungen, das in der Lichtmikroskopie angewendete Verfahren des Phasenkontrastes für die Elektromikroskopie nutzbar zu machen. Damit es heute möglich ist, Details von farblosem, durchsichtigem Zellmaterial im Nanobereich deutlich erkennbar zu machen". In der biologischen und medizinischen Forschung können nun Zellmembrane im Elektronenmikroskop sichtbar gemacht werden.

 

Carl Trinkl, der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Ostalb, ehrte in der Kategorie "Wirtschaft" mit Lothar Bopp, dem Chef und Gründer der Aalener Lobo electronic GmbH, "eine kreative Persönlichkeit mit unternehmerisehern Weitblick". Bopp habe es geschafft, mit seinem Unternehmen zum Weltmarktführer aufzusteigen, die "International Laser Display Association" (ILDA) habe Bopp im Jahr 2010 für sein Lebenswerk die höchste Auszeichnung, den "Career Achievement Award" zukommen lassen. Der Lobo-Chef stehe aber noch nicht am Ende seiner aktiven Tätigkeit - Trinkl: "Von ihm ist noch viel zu erwarten. Wir haben mit Lothar Bopp einen Unternehmer, der mit einzigartigen Produkten und außergewöhnlichen Laser-Shows Standards setzt und dafür weltweit bekannt ist. Technik und Kreativität sind bei Lobo eine außerordentliche Symbiose eingegangen."

Heidenheims Landrat Hermann Mader ehrte die Schüler Thomas Mannal, Noah Merz, Carla Roesch und Simon Wozny vom Max-Planck-Gymnasium Heidenheim. Sie waren auf der Erfindermesse "iENA" in Nürnberg für ein Projekt ausgezeichnet worden.

Eingeschworen auf den hohen Wert von Innovationen für ein intaktes Wirtschaftsleben hatte Dr. Annette Winkler, Chefin der Kult-Automarke Smart, die Veranstaltungsbesucher. Innovationen müssten ihrer Zeit voraus sein und beharrlich weiterverfolgt werden, bis "die Zeit reif für den Markterfolg ist", sagte die engagiert auftretende promovierte Betriebswirtin. "Das Thema Innovation muss im Unternehmen eine Haltung sein", beschrieb sie die Verinnerlichung von progressivem Denken in den Firmen. Die Zukunft des Stadtverkehrs sei elektrisch. Deshalb habe Smart nun das elektrisch betriebene Smart Bike entwickelt. Die Ideen von ihr griff Preisträger Herbert Schein auf: "Wir halten noch einige Applikationen unserer Batterien für ihre Produkte bereit. Das gibt nachher ein interessantes Gespräch mit Ihnen."

 

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