Medienberichte

Schwäbische Zeitung 27. Juni 1998

"Lasershows aus Aalen in aller Welt"

Banner Schwaebische Zeitung Lasershows aus Aalen

AALEN – Alle Welt redet von Innovation. Lothar Bopp, Chef der 1982 gegründeten Aalener Firma "Lobo electronic", hat sich die schnelle Umsetzung von der Idee in die Praxis zum Beruf gemacht – auf höchstem technischen Niveau.

Von unserem Redakteur Ansgar König

Die Lobo electronic GmbH produziert, installiert und programmiert Lasersysteme für Präsentationszwecke. Zum einen als fest eingebaute Anlagen für Firmenlobbys, für Kreuzfahrtschiffe, für Infosysteme von Museen, Planetarien, Freizeitparks oder Großkinos, aber auch fürs klassische Theater, für Bühnenbilder in Bayreuth oder für die Oper in Rom. Zum anderen für das einmalige Ereignis, den Event: zum Beispiel die Eröffnungsshow der Asia Games in Dubai, das Fest zum Nationalfeiertag der Türkei, die "Offerta" in Karlsruhe oder für Produktpräsentationen wie etwa des neuen 3er BMW.

Mit 70 Prozent lebt das Geschäft hauptsächlich von den fest eingebauten Laseranlagen. Schon 1984 wurde der erste "Lacon", der Laser Controller konstruiert. Derzeit wird eifrig an der neuesten Ausgabe gearbeitet.

Der jetzt entwickelte "Lacon 5" ist ein Computersystem für Multivision, wobei Multi hier durchaus wörtlich zu nehmen ist. Der "Lacon 5" steuert alles: Neben der Lasershow lassen sich Leinwände, sogenannte "Water Screens" (wasserfallartige Projezierflächen, entwickelt von Lobo), Belüftung, Türen, Verdunklung und pyrotechnische Effekte zaubern. Vier Jahre hat die Firma an der Entwicklung gearbeitet, jetzt ist der Prototyp fertig. "Das Neueste", sagt Lothar Bopp nicht ohne Stolz, "was in diesem Sektor momentan zu haben ist. Vom Bildschirm aus läßt sich per Kugelschreiberspitze einfach alles steuern."

"In der schnellebigen Computerbranche" , so Bopp, "müssen wir einfach innovativ sein, müssen uns ständig was Neues einfallen lassen." Auch wenn die Verfallszeit im professionellen Computerbereich nicht so kurz ist wie bei den PC, "einen zehn Jahre alten Rechner bringt man heute nicht mehr an den Mann." Im Moment verkauft Lobo noch den Vorgänger "Lacon 3", dessen Grundgerüst – von zahlreichen Updates, Verbesserungen, Verfeinerungen und Veränderungen einmal abgesehen – bereits 1988 entwickelt wurde. Damals gefördert und ausgezeichnet mit dem Innovationspreis des Landes. Bis in einem halben Jahr soll der Nachfolger auf dem Markt sein.

Noch schneller umdenken müssen die Mitarbeiter von Lobo im Event-Bereich. Oft nur acht Wochen Zeit bleibt ihnen von der Idee der Werbeagentur oder des Kunden bis zum Präsentationstermin. Gemeinsam mit vier oder fünf Designern und ebensovielen Ingenieuren aus dem Hause Lobo wird zunächst ein Grundkonzept entwickelt, ein Drehbuch angefertigt und der Soundtrack geschrieben. Für die Endabnahme werden im Studio von Lobo so realitätsnahe Bedingungen wie möglich geschaffen. Als Basis für die Lasergraphiken dienen Konstruktionszeichnungen, Geschäftsberichte oder Ähnliches. Vor Ort reist die "Lobo-Crew" dann mit dem "Laser Truck" , einem Ü-Wagen-ähnlichen High-Tech-Sattelzug an, 300 000 Watt werden hier verwaltet. Der räumliche Schwerpunkt von Lobo liegt in Südostasien und Südamerika: China, Thailand, Korea, aber auch Argentinien und Chile. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", erklärt Bopp, „und wurden schon früh in Südostasien aktiv." Höhepunkt war das vergangene Jahr, als 80 Prozent des Umsatzes außerhalb Europas gemacht wurden. Die Asienkrise habe sich dann aber drastisch auf sein Geschäft niedergeschlagen, für 1998 will er wieder verstärkt zurück auf den europäischen Markt. Doch hatte das Asiengeschäft auch Einfluß auf die Produktpalette. Speziell für den dortigen Markt wurden stabile Kompaktgeräte entwickelt: einfach zu bedienen, leicht zu warten, störungsunanfällig.

Selbst entwickelt der 35jährige Firmenchef übrigens nicht mehr, "dafür bleibt keine Zeit mehr". Als Diplom-Ingenieur der Feinwerktechnik hat er aber durchaus Einblick in die Geräte. Nach wie vor kommen einige Ideen von ihm und er kann schnell abschätzen, was machbar ist und was nicht.

Eine klassische Karriere

Noch vor dem Abschluß des Studiums der Feinwerktechnik an der Aalener Fachhochschule gründete der heute 35 Jahre alte Lothar Bopp 1982 in EIlwangen den Ein-Mann-Betrieb Lobo electronic. Heute hat Lobo 25 Mitarbeiter. Schon kurz nach der Gründung siedelte die Firma nach Aalen um. Bopp hat also die klassische Karriere eines Existenzgründers hinter sich. Für 1998 peilt die GmbH einen Umsatz von zehn Mill. DM an. Eine Auswahl der Ereignisse, die Lobo mit Lasershows gestaltet hat: Eine PR-Aktion auf dem Bosporus für die Olympischen Spiele "Istanbul 2000", die Medientage in München mit Open-air-Projektion auf "Water Screen" im See. Lobo lieferte auch den offiziellen deutschen Kulturbeitrag für die Olympischen Spiele in Barcelona 1992. Außerdem machte Lobo eine Open-air-Tour durch acht Städte zum 40. Geburtstag Baden-Württembergs. (ans)

 

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