Medienberichte

Stuttgarter Zeitung 07. August 2010

"Staunen bei jeder Show"

Banner SZ Staunen bei jeder Show

Mit Laserlicht gestalten

Iris Schuas Welt ist die des Lichts, der Bilder und Töne. Sie setzt Ereignisse für andere in Szene: bei Nationalfeiertagen, in Freizeitparks, bei Produktpräsentationen oder auf Kreuzfahrtschiffen. Die 43-jährige Diplomingenieurin der Medientechnik arbeitet bei Lobo Electronic in Aalen. Das 30 Mitarbeiter zählende Unternehmen produziert Laser und Multimediashows, sorgt für Effekt-Beleuchtung an Gebäuden und animiert Logos mit Laserlicht. Der Großteil des Geschäfts wird im Ausland erwirtschaftet. Lobos Showtechnik bereicherte die Eröffnungsveranstaltung der Asian Games 2006 in Doha, die Millennium-Feier in Berlin oder die Händlerpräsentation des neuen 7er BMW.

Das Unternehmen ist auch eine Technologieschmiede. Zehn Ingenieure arbeiten hier: Elektro-, Feinwerk- und Medientechniker, Optoelektroniker und Medieninformatiker. Denn Lobo entwickelt seine Showtechnik selbst, teilweise von Grund auf – von der Strahlquelle über die Ansteuerelektronik bis zum kompletten modularen Lasersystem. Auch die automatische Steuerung für die Lasershows kommt aus dem Haus. "Um 64 Projektoren gleichzeitig zu steuern, benötigt man eine enorme Rechenkapazität, dafür genügt kein PC", verdeutlicht Lobo-Chef Lothar Bopp. Die einzelnen Projektoren sind über ein Glasfasernetz miteinander verbunden.

Iris Schua schätzt diese Verbindung zwischen Technik und Kreativität: "Unsere Kollegen aus der Entwicklung sitzen nur eine Tür entfernt, da findet ein intensiver Austausch statt." Die Kreativen tragen neue Ideen an die Entwicklung heran und testen im Gegenzug Prototypen, die dort entstanden sind. Schua ist seit 1995 bei Lobo. Zunächst in ihrem erlernten Beruf als Gestaltungstechnische Assistentin für Grafikdesign, vor neun Jahren begann sie dann das Studium Audiovisuelle Medien, Fachrichtung Medientechnik, an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Nebenher machte sie bei Lobo weiter, schrieb dort auch ihre Diplomarbeit. Seit 2006 arbeitet sie wieder voll im Unternehmen und ist nun zusammen mit drei Kollegen für die Showproduktion zuständig.

Manche Kunden, die eine Show buchen wollen, kommen mit sehr konkreten Vorstellungen, andere wollen sich inspirieren lassen. "Wir können in unserem hauseigenen Studio die ganze Palette an Möglichkeiten präsentieren", sagt Schua. Hat sie mit dem Kunden das Projekt umrissen, erstellt sie allein oder im Team das Storyboard, den Ablaufplan der Show. Ist der Kunde damit einverstanden, beginnt die Produktion. Teils lassen sich dafür bestehende Sequenzen nutzen, teils entsteht alles von Grund auf neu. "Zu den Beamshows, bei denen die Laserstrahlen an sich im Vordergrund stehen, kommen bei meiner Tätigkeit auch Video und Sound-Editing hinzu, um Videomaterial und Musikstücke stimmig in das Gesamtkonzept zu integrieren", sagt Schua. Später in der Show kann es dann zum Beispiel passieren, dass ein Video von Trampolinspringern, die vor einem Blue Screen-aufgenommen worden sind, mit künstlich erzeugten Wolkenbildern überlagert wird, so dass es so aussieht, als ob sie beim Salto in die Wolken eintauchten.

Die Produktion einer Show dauert unterschiedlich lange. Drei Wochen gehen schnell vorbei, sind viele Computeranimationen oder Cartoons gewünscht, wird es richtig aufwendig. "Es ist ein vielfältiges Arbeitsfeld", sagt Schua. "Immer wieder muss man sich auch in Neuerungen einarbeiten. Das ist ein großer Unterschied zu meinem allerersten Beruf als Elektrikerin, wo ich nach einem halben Jahr das Gefühl hatte, dass sich alles nur noch wiederholt." Neben der Produktion von Lasershows ist Schua auch regelmäßig bei Events vor Ort, nimmt fest installierte Lasershows bei Kunden in Betrieb und schult deren Personal. Die Faszination hat sie trotz der 15 Jahre im Geschäft nicht losgelassen: "Wenn eine Show beginnt, stehe ich noch immer wie ein Kind da und staune." Michael Vogel

 

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